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GeForce 8600m, etc. reparieren - Anleitung

Darstellungsfehler, kein Bild auf dem Monitor, TV-Out,...

GeForce 8600m, etc. reparieren - Anleitung

Beitragvon miraculous » 09.03.2013 20:57

Hallo Leute!

Ich beziehe mich auf diesen Thread (als Grundlage):

topic,30368,-Amilo-Laptop-Grafikkarte-Reparieren.html?hilit=gpu+defekt

Erstmal ein großes Dankeschön an "tomate" für seine zahlreichen, guten Tipps. Dadurch habe ich bisher DREI Laptops (Fujitsu Amilo Xa 2528, Medion Akoya 7610, Samsung R70 Aura T8300) mit dem beschriebenen Grafikproblem reparieren können. Da meine Reparaturen bisher reibungslos funktionierten, wollte ich in diesem Zusammenhang einfach mal meine Methode zusammenfassen. Vielleicht kann der ein oder andere davon profitieren. ;-)

- Man sollte erstmal überprüfen, ob man den entsprechenden Nvidia-Grafikchip verbaut hat, bei dem es nach einiger Zeit (meistens 3 bis 4 Jahren) zu Problemen (sprödes Lötzinn, Kontaktprobleme) kommt. Hierzu zählen in der Regel die NVIDIA G84 und G86 Chips und damit vornehmlich die GeForce 8400m und 8600M.

- Dann legt man gutes Werkzeug (z.B. Uhrmacherwerkzeug) bereit sowie eine Heißluftpistole, die eine 300°C Stufe besitzt (meine Methode, bei der ich bisher großen Erfolg hatte). Denn gutes Werkzeug bedeutet halbe Arbeit. Für die Kühlung und einen erhöhten Anpressdruck (DIE-Load) benötigt man dünne Kupfer- oder Aluminiumplättchen und gute Wärmeleitpaste.

- Laptops sind in der Regel filigran und gedrungen gebaut, deshalb sollte man sich viel Zeit nehmen und in aller Ruhe das Gerät zerlegen. Immer schön auf alle Schrauben und Kabel achten. Nicht gewaltsam versuchen, Teile zu lösen. Weiß man mal nicht weiter, kann man bei Google und Youtube nach entsprechenden Anleitungen zum Zerlegen (engl. Disassambly) von Laptops suchen.

- Wichtig: Zwischendurch ein paar Fotos von der Hardware machen, damit man die Lage von Kabeln, Schrauben und Abdeckungen sowie die Montage-Reihenfolge nachvollziehen kann.

- Hat man das Mainboard ausgebaut, werden Kühlkörper und Lüfter entfernt. Die Chips werden von alter Wärmeleitpaste befreit und gereinigt. Dann sollte man alle lösbaren Komponenten entfernen (CPU, WLAN-Modul, RAM-Module, PCMCIA-Slot, diverse Plastikfolien, Kabel, etc.)

- Ist das Mainboard "nackt", kann man das Mainboard mit einem Hitzeschutz abdecken (z. B. mehrere Lagen Aluminiumfolie, die man zusätzlich beschwert), um temperaturempfindliche Komponenten zu schützen. Den Grafikchip (GPU) lässt man frei. Dann nimmt man ein Backblech und legt das Mainboard auf kleine Alukügelchen (als Abstandshalter).

- Ein Timer wird auf 2:30 Minuten gestellt. Der Grafikchip wird dann für diese Dauer in einem Abstand von ca. 10 cm mit der Heißluftpistole bei 300°C erhitzt. Danach lässt man den Chip ein paar Minuten abkühlen.

- Jetzt kann man den Laptop wieder zusammensetzen. Es ist zu empfehlen, Wärmeleitpaste (sparsam damit umgehen) anstatt der "Kühlpads" zu verwenden. Außerdem lege ich immer noch jeweils ein paar dünne Aluplättchen zwischen CPU, GPU, Northbridge und den Kühlkörper. So wird der Anpressdruck erhöht (wichtig für die Haltbarkeit der reparierten GPU) und die Kühlung verbessert.

- Hat man sich gewissenhaft um die Kühlung und den erhöhten Anpressdruck gekümmert, kann man die wichtigsten Komponenten wieder einbauen/anschließen und einen ersten Test durchführen. Laufwerke wie Festplatte und DVD kann man für den Test weglassen.

- Läuft der Laptop wieder, baut man ihn komplett zusammen. Systemstabilitätstests kann man mit Prime95 (für CPU) und z.B. Furmark (für GPU) durchführen. Ich handhabe es allerdings so, eine hohe Auslastung und hohe Temperaturen der GPU zu vermeiden, um keine erneuten Defekte zu provozieren.

Viel Spaß und Erfolg beim Basteln. Und danke nochmal an alle, die sich an der Diskussion beteiligt haben.

Gruß miraculous

Hier noch ein paar Links:

http://www.pcfreunde.de/artikel/a678/no ... raxistest/

Diese Bilder stammen von einem Samsung R70 ...

http://www.pic-upload.de/gal-344961/e22wsv/1.html
Zuletzt geändert von miraculous am 23.03.2013 18:21, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: GeForce 8600m, etc. reparieren - Anleitung

Beitragvon miraculous » 18.03.2013 21:16

Ich weise nochmal ausdrücklich darauf hin, dass !!! 2:30 Minuten bei 300°C mit einer Heißluftpistole !!! völlig ausreichen. Also nicht mit der Hitze und Dauer übertreiben! Diese Angaben/Temperaturen hier

http://www.pcfreunde.de/artikel/a678/no ... xistest/4/

sind ziemlich hoch gegriffen. :-O Also immer schön vorsichtig mit der Hardware umgehen und die Kupfer-/Aluplättchen für den erhöhten Anpressdruck (DIE LOAD) nicht vergessen.

Gruß miraculous
Zuletzt geändert von miraculous am 23.03.2013 18:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: GeForce 8600m, etc. reparieren - Anleitung

Beitragvon miraculous » 23.03.2013 18:30

Hier noch ein Hinweis zur Backofenmethode:

Das Prinzip ist ähnlich, denn es geht darum, das Lötzinn kurzzeitig zu erhitzen, damit es sich verflüssigt und sich die Kontakte wieder verbinden können.

Dabei wird das "nackte", leere Mainboard in den Backofen eines normalen Herdes gelegt und bei ca. 200°C für einige Minuten "gebacken". Ich sehe allerdings den großen Nachteil, dass bei dieser Methode das komplette Motherboard erhitzt wird (mit allen Vor- und Nachteilen). Denn einige Bauteile (Kondensatoren, Plastikteile, etc.) auf der Platine vertragen übermäßige Hitze nicht und können somit Schaden nehmen.

Da man mit der Heißluftpistole den Grafikchip relativ lokal und isoliert erhitzen kann (indem man das restliche Mainboard z. B. mit Alufolie abdeckt), halte ich die "Heißluft-Methode" für sinnvoller.

Gruß miraculous
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Re: GeForce 8600m, etc. reparieren - Anleitung

Beitragvon theblade » 29.04.2013 14:31

Hi Leute!

Ich habe seit heute einen Patienten (Medion MD96630) mit ähnlichen Fehlern und hoffe durch die o.g. Methode diesen wieder zur reparieren zu können.

Folgender Grafikfehler erscheint schon beim booten: Bild

Ich müsste mir zwar eine Heißuftpistole kaufen (ich denke eine für 20,- sollte ausreichend sein mit 2 Stufen á 300° / 600° abstufung). Mir stellt sich zur o.g. MEthode noch folgende Frage:

wo bekommt man denn die genannten alu / kupferplättchen?? Danke

edit: da in meinem Notebook eine 9300M G steckt, diese aber nur umgelabelt ist, sollte die o.g. Methode ja trotzdem klappen?

edit2: 1.welche dicke müssen diese Plättchen eigentlich haben? 2. sollte man 1 Plättchen zwischen Die und Kühler legen oder gar 2 Stück? (hatte ich ua hier gelesen das einige 2 verwenden!?)
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Re: GeForce 8600m, etc. reparieren - Anleitung

Beitragvon theblade » 02.05.2013 14:09

niemand eine Antwort auf meine Fragen?! :(
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Re: GeForce 8600m, etc. reparieren - Anleitung

Beitragvon usvsoccer » 03.05.2013 21:30

Hallo,

am besten sind Kupferplättchen. Die sind recht teuer - oder man lässt sie aus Hongkong kommen, dann sind die Kosten erträglich. Diese sind meist 15x15mm groß und haben am besten unterschiedliche Dicken damit man sie als Ersatz für das Wärmeleitpad anpassen kann - je nach dem wieviel Platz ist und wie groß der Druck werden soll. Solch einen "Selbstheilversuch " habe ich noch nie gestartet, sondern nur die Kupferplättchen eingesetzt. Es kam also bei mir nicht so auf den Druck darauf an, sondern auf eine bessere Wärmeableitung. Deshalb kann ich nicht sagen, wieviel höher das Cu-Plättchen sein sollte, als eigentlich Platz ist. Ausmessen könnte man den entstehenden Spalt mit einem Stück Knete (zwischen Kühlkörper und GPU legen und montieren) oder so und mit einem guten Messschieber.

http://www.ebay.de/itm/20x20x1mm-CPU-GPU-Copper-Shim-Pad-Kupferpad-Thermal-Warmeleitpad-Heatsink-coolin-/271200340479?pt=DE_Computer_Sonstige&hash=item3f24ccc9ff

http://www.ebay.de/itm/5pcs-x-Thermal-Pads-Heatsink-Copper-Pads-for-Laptop-GPU-Chipset-15mmx15mmx0-3mm-/170873794023?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item27c8df2de7

http://www.ebay.de/itm/10x-Warmeleitpad-Kupferpad-Thermal-Copper-Shim-0-8mm-/271186093679?pt=DE_Computer_Sonstige&hash=item3f23f3666f

Somit ist es davon abhängig, was am besten passt und ob Du die Plättchen stapeln musst, damit der Spalt gut ausgefüllt ist. Wärmeleitpaste brauchst Du aber trotzdem! Zwischen GPU+Plättchen - Plättchen+Plättchen - Plättchen+Kühlkörper.

Viele Grüße

Martin

PS: http://www.ebay.de/sch/m.html?_odkw=&item=170873794023&pt=LH_DefaultDomain_0&_osacat=0&hash=item27c8df2de7&_ssn=see-ic&_trksid=p2046732.m570.l1313.TR11.TRC1&_nkw=Copper&_sacat=0&_from=R40
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Re: GeForce 8600m, etc. reparieren - Anleitung

Beitragvon miraculous » 05.05.2013 10:15

Ich hatte noch einen fetten Kühlkörper einer alten Grafikkarte. Habe davon Kühlrippen herausgebrochen u diese klein geschnitten. Die haben ne Höhe von nicht mal 1 mm. Davon habe ich meistens 2 Stück aufeinander gelegt + Wärmeleitpaste dazwischen.
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